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Liebe in der
Partnerschaft mit Brasilien Partnersuche
Wenn sich zwei Menschen ineinander verlieben und beschließen, den
zukünftigen Weg gemeinsam zu gehen, sind sie keine "unbeschriebenen
Blätter" mehr. Nicht nur ihre eventuellen Erfahrungen mit anderen
Partnern haben ihre Spuren hinterlassen; jeder bringt auch ganz
spezifische Erwartungen, Ansprüche und Vorurteile in die
Partnerschaft ein. Diese sind oft nicht bewusst oder bleiben nicht
selten unausgesprochen. Dennoch beeinflussen sie die Qualität der
Beziehung in hohem Maße. Besonders förderlich sind dabei, das zeigt
die psychologische Forschung, folgende fünf Arten von Denkprozessen
oder Kognitionen (lat. cognitio = Kenntnis):
Illusionen machen glücklich
"Liebe beruht auf einer starken
Übertreibung des Unterschiedes zwischen einer Person und allen
anderen", meinte der irische Schriftsteller George Bernard Shaw.
Danach entsteht Liebe durch verzerrte Wahrnehmung: Der oder die
Geliebte werden als einmalig und allen anderen meilenweit überlegen
erlebt, obgleich die Unterschiede zum Rest der Menschheit vielleicht
gar nicht so groß sind. Die amerikanische Beziehungsforscherin
Sandra Murray prägte für solcherlei Überschätzung des Partners den
Ausdruck "positive Illusionen". Sie fand heraus, dass diese der
Beziehung zuträglich sind, stärken sie doch die Auffassung, den
einzig Richtigen, die einzig Richtige gefunden zu haben. Wer seinen
Partner positiver wahrnimmt, als dieser sich selbst sieht oder gute
Freunde ihn sehen, und die Schwächen des Partners herunterspielt,
ist zufriedener und erlebt die Beziehung als weniger
konfliktbehaftet.
Für den Partner ist die Aufwertung in der Regel ebenfalls positiv,
solange sie ihm noch realistisch erscheint und er über einen guten
Selbstwert verfügt - Personen mit geringem Selbstwert werden ungern
überschätzt. Frisch Verliebte profitieren dabei in stärkerem Maße
von den positiven Effekten einer solchen "rosaroten Brille". Paare,
die ihr Leben seit längerem miteinander teilen, schätzen es, wenn
ihr Partner sie ähnlich sieht, wie sie sich selbst, da sie dann das
Gefühl haben, dass ihr Partner sie gut kennt und sie miteinander
vertraut sind.
So weicht unsere Wahrnehmung systematisch von der Realität ab, in
eine Richtung, die unser gegenwärtiges Empfinden und Erleben in der
Partnerschaft verstärkt. Die US-Forscher Susan Osgarby und W. Kim
Halford ließen in einer Studie Paare Tagebücher führen über negative
und positive Beziehungsereignisse. Einige Zeit später baten sie die
Partner, die Ereignisse zu erinnern, ohne dabei freilich das
Tagebuch zur Hand zu nehmen. Das Resultat: Glückliche Paare gaben
mehr positive Ereignisse an als im Tagebuch verzeichnet, beurteilten
die negativen Ereignisse dagegen realistisch. Unglückliche Paare
unterschätzten positive Ereignisse und überschätzten negative, sahen
ihre Beziehung also durch eine rabenschwarze Brille. Dadurch
entsteht ein Teufelskreis, denn durch die negativ gefärbte
Wahrnehmung sinkt die Beziehungszufriedenheit weiter. Glückliche
Paare hingegen befinden sich im "Engelskreis" und haben dank ihrer
"rosaroten Sicht" auf die Beziehung allen Grund, noch zufriedener zu
sein.
Dies gilt übrigens auch für die Beurteilung länger zurückliegender
Ereignisse. Der amerikanische Beziehungsforscher John Gottman konnte
zeigen, dass Paare, die ihr erstes Rendezvous und die Zeit, in der
sie sich kennen lernten, im Rückblick sehr negativ bewerten, auf dem
besten Wege zu Trennung und Scheidung sind.
Ein letztes Beispiel: Jeder kennt die hohe Scheidungsrate, aber
keiner fühlt sich selbst betroffen. So unterschätzen Paare in
glücklichen Beziehungen, aber auch Singles, dramatisch das Risiko,
selbst zukünftig einmal mit einer Scheidung konfrontiert zu sein.
Und das, obwohl sie recht genau sagen können, wie groß das Risiko
rein statistisch ist.
Eine
Partnerschaft kann wachsen
Das Auf und
Ab im menschlichen Leben gibt ihm Farbe und Wert.“ Übertragen
auf das Beziehungsleben ermuntert dieses Zitat von Stefan Zweig,
neben den Höhen auch die Tiefen in der Partnerschaft als wichtig
und wertvoll zu erachten, den: An Krisen und Herausforderungen
kann die Partnerschaft wachsen. Einer solchen Auffassung von
Beziehung als Wachstum steht die Auffassung von Beziehung als
Schicksal gegenüber: Beziehungen, die nicht gut beginnen, werden
unweigerlich fehlschlagen; die Partner müssen also von Anfang an
gut zueinander passen, soll das gemeinsame Leben von Dauer sein.
Wer Beziehung als Wachstum betrachtet, ist eher bereit, zu
Beginn einer Partnerschaft in diese zu investieren, schwierige
Zeiten gemeinsam durchzustehen und seinem Partner Schwächen und
Fehler nachzusehen. Personen mit einem starken Glauben an das
Wachstum und einem geringen an das Schicksal nehmen es sich
weniger zu Herzen, wenn ihr Partner in
einigen Eigenschaften von ihrem Idealbild abweicht – denn:
Veränderung ist möglich! Wer daran glaubt, stimmt z.B. folgenden
Aussagen zu:
Eine erfolgreiche Beziehung entwickelt sich durch harte Arbeit
z.B. in dem man bestehende Unverträglichkeiten auf zu lösen
versucht). Herausforderung und Hindernisse in einer Beziehung
können die Liebe sogar verstärken.
Am zufriedensten, das hat im Projekt „Was hält Ehen zusammen“ an
der Ludwig-Maximilians-Universität München gezeigt, sind unter
länger verheirateten Paaren diejenigen, die Beziehung als
Schicksal und als Wachstum sehen, also der Meinung sind, eine
gewisse „Passung“ müsse schon von Beginn an vorhanden sein, die
Beziehung könne aber auch weiter wachsen und reifen.
Es
sind dies zum Beispiel:
Wenn mein/e Partner/in meinen Gedanken oder Ansichten
widerspricht, bedeutet das, dass er/sie keine besonders hohe
Meinung von mir hat.
Bei Meinungsverschiedenheiten habe ich das Gefühl, unsere
Beziehung ginge in die Brüche. In einer engen Beziehung kann
jeder die Bedürfnisse des anderen erspüren, ganz so, als könne
er Gedanken lesen. Wenn man den Partner um etwas erst bitten
muss, zeigt das, dass er nicht über die „richtige Wellenlänge“
verfügt, um die Bedürfnisse oder Wünsche von sich aus zu
erkennen. Männer und Frauen werden einander nie richtig
verstehen, wegen der Verschiedenheit der Geschlechter.
Biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau sind die
hauptsächlichen Ursachen von Partnerproblemen. Wenn einer den
anderen einmal richtig verletzt hat, wird er es auch in Zukunft
wieder tun. Ich glaube nicht, dass mein/e Partner/in sich ändern
kann.
Ein/e gute/r Sexualpartner/in kann sich in sexuelle Erregung
bringen, wann immer es nötig ist. Wenn mein/e Partner/in sexuell
nicht voll auf seine/ihre Kosten kommt, heißt das, dass ich
versagt habe. „Irrationalen Annahmen“ unterminieren nicht nur
die Zufriedenheit der Partner, sondern auch ihr
Kommunikationsverhalten und ihre Bereitschaft, an der Beziehung
zu arbeiten. Und doch erfüllen auch diese Annahmen in gewisser
Weise ihren Zweck: Sie machen die Welt erklärbar und
kontrollierbar – wenn auch auf wenig konstruktive Weise
Hohe
Ansprüche festigen die Liebe
Jürgen
verlangt viel von seiner Partnerschaft. Er möchte seine Freizeit mit
Claudia verbringen, legt Wert auf Gleichberechtigung und erwartet
von sich und Claudia großes Engagement. Dieter hingegen legt die
Messlatte niedriger, vermeidet allzu hohe Ansprüche an seine
Partnerschaft mit Luise. Wer ist wohl zufriedener, was ist besser
für ein harmonisches Zusammenleben?
Dieter hat niedrigere Ansprüche und kann daher nicht so leicht
enttäuscht werden wie Jürgen, der mehr von sich und seiner Partnerin
verlangt. Und doch: Vieles spricht dafür, dass nicht Dieter, sondern
Jürgen die besseren Chancen hat, eine glückliche Beziehung zu
führen, denn: Hohe Ansprüche machen zufrieden.
Warum jedoch sind diejenigen Partner, die ein hohes Maß an
Gemeinsamkeit, Gleichberechtigung und Investition in ihre Beziehung
einfordern, glücklicher als diejenigen, deren Ansprüche geringer
sind? Die Antwort lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Wer viel
fordert, gibt auch viel. Männer und Frauen, die ihrer Beziehung viel
abverlangen, die auf gemeinsame Wertvorstellungen und
Gleichberechtigung Wert legen und ein hohes zeitliches und
emotionales Engagement in der Partnerschaft einfordern, unterstützen
ihre Partner in Stresssituationen und fühlen sich auch selbst
unterstützt. Zudem verhalten sie sich konstruktiver in
Konfliktsituationen. Es bleibt also nicht bei Lippenbekenntnissen:
Anspruchsvolle Partner engagieren sich tatsächlich stärker in ihrer
Beziehung - und registrieren dann voller Zufriedenheit, dass ihre
(hohen) Ansprüche auch erfüllt werden. Die Übereinstimmung der
Partner in ihren Ansprüchen ist hingegen weniger wichtig.
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